Telekom Hybrid – ein erstes Fazit

Anfang des Jahres hatte ich ja versprochen, dass ich mal ein paar Ergebnisse meines „Magenta Zu Hause Hybrid S“-Tarifs (was für ein Name…) zur Verfügung stellen werde, wenn ich diesen eine Zeit lang genutzt habe. Ich denke nach 3 Monaten intensiver Nutzung sind das dann durchaus belastbare Erkenntnisse.

Um das wichtigste gleich zu Beginn zu klären: für mich hat es sich gelohnt!

Ich bin ja eigentlich kein Freund der Produkt- und Servicepolitik der Telekom, aber hier hat man sich durchaus Gedanken gemacht. Es fällt mir fast schwer, das zuzugeben. Anfangs bin ich mit einer gehörigen Portion Skepsis gestartet, musste aber sehr schnell feststellen, dass das genau so funktioniert, wie es beworben wird. Ich habe „nur“ den kleinsten Tarif, bekomme aber zu jeder Tages- und Nachtzeit zufriedenstellende Ergebnisse. Zwischen 16.000 kbit/s und 23.000 kbit/s sind eigentlich immer drin. Es steht und fällt dabei aber (wie so oft) mit dem Peering der Telekom. Dort wo genügend Kapazität zwischen den einzelnen Anbietern verfügbar ist, gibt’s nie Probleme. Ich kann die Leitung mit einem Download via Steam komplett an die Grenze bringen und auch konstant voll auslasten. 2,4 MB/s sehen schon gut aus. 🙂 Habe über Nacht mal meine Bibliothek vollgemacht und 48GB geladen. Keine Drosselung, keine Engpässe, passt.

Bei YouTube sieht das Ergebnis dann etwas anders aus. Ich kann es nicht nachmessen, aber meinem Gefühl nach zu urteilen wird zu viel gebuffert. Es fühlt sich einfach nicht wie 23.000 kbit/s an. Aber das Problem haben ja durchaus auch Telekom-Kunden mit VDSL50 oder VDSL100. Also vermutlich eher ein generelles Peering-Problem als ein Hybrid-Problem.

Wo ich noch etwas unschlüssig bin, sind Netflix und Amazon Prime. Funktionieren tut es generell, aber ich würde sagen, der Hybrid Turbo schaltet zu spät zu, sodass für’s Streaming eine Datenrate ausgewählt wird, die eher der Kapazität der Kuperleitung entspricht. Da müsste ich nochmal verstärkt drauf achten.

Wo Licht ist, ist leider auch Schatten. Das betrifft vor allem den Speedport Hybrid Router. Das Gerät entsteht in Kooperation mit Huawei und basiert auf einem sauteuren Profi-Router. Aber die Telekom hat das Gerät soweit abgespeckt, dass vom Funktionsumfang nicht mal der einer Fritz!Box übrigbleibt. Das Webinterface ist nicht besonders übersichtlich und die an sich leistungsstarke Hardware dümpelt vor sich hin, weil praktisch keine Funktionen zur Verfügung stehen. Der DHCP-Server unterstützt keine fest vergebenen IP-Adressen, VPN-Funktionalitäten fehlen ganz (habe ich aber über einen RaspberryPi lösen können), der VoIP-Part funktioniert zuverlässig, lässt aber auch absolut keine Einstellungen zu. Firmware-Updates kommen, es dauert aber ewig, bis ganz offensichtliche Fehler gefixt sind. Dafür, dass das Teil 400€ kosten soll, ist das Ergebnis ein Witz. Perlen vor die Säue, wenn man so will. Die Hardware könnte so viel mehr, das „Originalgerät“ von Huawei bietet das alles an. Für mich ist es daher absolut unverständlich, wieso die Telekom das Gerät so sehr abgespeckt hat. Aber es soll im Laufe des Jahres einen geschlossenen Beta-Test für neue Firmware-Updates geben, auf den man sich bewerben kann. Mal sehen was da also noch kommt.

Kommen wir nun also zum Fazit. Ich bin wirklich angetan von der Hybrid-Geschichte. Für jemanden, der wie ich, nur langsames DSL zur Verfügung hat, ist schnelles Internet via LTE auf jeden Fall besser, als gar kein schnelles Internet. Wünschenswert ist auf jeden Fall trotzdem der forcierte Ausbau von Glasfaser in der Fläche, als Übergangslösung sehe ich aber kein Problem darin, LTE zu nutzen. Gerade, weil es keine Volumenbeschränkung gibt. Interessant ist der Hybrid-Anschluss außerdem auch für die Leute, die einen Mobilfunkvertrag bei der Telekom haben. Wer Magenta zu Hause Hybrid bucht, ist berechtigt, in dem dazugehörigen Mobilfunkvertrag für die jeweils maximal verfügbare LTE-Geschwindigkeit freigeschaltet zu werden. Das kann man mal mitnehmen, würde ich sagen.

Ich freue mich über Kommentare von anderen Hybrid-Nutzern und solchen, die es werden wollen. Haut in die Tasten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.